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das Startpaket als PDF

von
A. Stachl-Astleithner,
M. Henschl

Inhalt
-Konzept
-Unterrichtsbeispiele
-Tipps
-Leseliste
-Kontakte -uvm.

Das Projekt PLUS wird koordiniert von
Andrea Stachl-Astleithner und Martin Henschl

PLUS läuft derzeit in unseren Klassen 2a und 2c.

Die Schule muss entschieden für die Gleichstellung der Geschlechter eintreten. Sie muss Mädchen und Jungen so motivieren, dass sie ihre Interessen, ihre Bildung, ihren Beruf und ihre Rolle als Erwachsene unabhängig von den traditionell bei den Geschlechtern überlieferten Rollen bestimmen. Die Schule muss durch ihre Lehrinhalte und ihren pädagogischen Ansatz dazu beitragen, dass Mädchen sich nicht von den Naturwissenschaften abwenden. Der Physik-Chemie-Informatikunterricht muss sehr frühzeitig einsetzen, d.h. vor der Adoleszenz. Die Schule muss aber auch dafür Sorge tragen, dass Buben sich dem fremdsprachlichen Bereich zuwenden. Mädchen und Buben dürfen sich nicht schon im Schulalter bestimmte Möglichkeiten verbauen.

Die Schule muss vor allem den Mädchen größeres Selbstbewusstsein vermitteln und ihr Selbstwertgefühl stärken.

Sie muss aber auch den Buben die Möglichkeit des Einübens emotionaler und praktischer Reproduktionstätigkeiten ermöglichen.

Da Mädchen und Jungen nicht die gleichen Prioritäten haben, sollte jeder Unterricht aus den Erfahrungen und Erlebnissen der einen und der anderen schöpfen. Die Einführung der Koedukation sollte die Geschlechterrollenklischees vermindern und einen gleichberechtigten, herrschaftsfreien Umgang zwischen Mädchen und Buben ermöglichen. Diesem Anspruch konnte die Koedukation nicht gerecht werden. Je länger die Mädchen den koedukativen Schulbetrieb durchlaufen, desto eher verstummen sie während des Unterrichtsgeschehens. Auch ein Vordringen der Mädchen in traditionell männliche Berufssparten konnte nicht verwirklicht werden.

Nach 20 Jahren Koedukation konnte festgestellt werden, dass Mädchen aus homogenen Klassenverbänden einen überproportional höheren Anteil an technisch-mathematisch-naturwissenschaftlichen Studien ausmachten, und dass Buben nach wie vor eine gewisse Hemmschwelle oder ein gewisses Desinteresse den Sprachen gegenüber zeigten.

Es hat sich gezeigt, dass der Unterricht eher an den Interessen der Buben anknüpft, jene bestimmen vorwiegend die Themen, die Zeiteinteilung und die Methodik. Außerdem fordern sie durch ihr Verhalten die volle Aufmerksamkeit der Lehrpersonen. Das bloße Nebeneinandersitzen - die derzeitige Gestaltung der Koedukation, kann die anfangs genannten Ziele somit nicht erfüllen!

Das PLUS - Konzept :

Doppelbesetzung in möglichst vielen Gegenständen, um einen der jeweiligen Situation entsprechenden Unterricht sowohl im heterogenen als auch homogenen Klassenverband zu gewährleisten (Stundenausmaß der Regelhauptschule). Etliche Buben haben sehr wenig Kontakt zu ihren Vätern oder kennen sie überhaupt nicht. Der Lehrer in der Schule ist oft die erste männliche Person, die sich mit ihnen für einen längeren Zeitraum kontinuierlich auseinandersetzt.

Deshalb sollte sowohl eine männliche als auch eine weibliche Lehrperson gemeinsam das Unterrichtsgeschehen im heterogenen Klassenverband gestalten.

Durch einen Integrationsstatus sollen soziale Fähigkeiten und Handlungsmöglichkeiten eingeübt werden, speziell im Bereich Verantwortung übernehmen.

Da die Unterrichtsarbeit hinsichtlich der Reflexion der eigenen Geschlechteridentität eine über vier Jahre aufbauende ist, sollte der Klassenverband nicht durch Neuzugänge gestört werden. Jugendliche orientieren sich im Alter von 12 -14 Jahren vorwiegend an der peer group.

Aus diesem Grunde sollte der Klassenverband sozial ausgewogen sein, d.h. alle gesellschaftlichen Schichten müssen zu gleichen Teilen vertreten sein. Deshalb sollen hinsichtlich der Beurteilung die gleichen Bedingungen wie in den Integrationsklassen gelten.

Eine KOKOKO - Stunde (Kooperation, Koordination und Konfliktmanagement) pro Woche. Kommunikationsmodelle sollen eingeübt und erprobt werden. Konflikte sollen aufgearbeitet und gemeinsame Vorhaben sollen geplant und entwickelt werden.

EDV - Unterricht ab der fünften Schulstufe als verbindliche Übung sollte getrennt für Mädchen und Buben angeboten werden.

Berufskunde ab der siebenten Schulstufe als einstündige verbindliche Übung. Wenn man bedenkt, dass fast 85% der weiblichen Lehrlinge in drei Ausbildungssparten tätig sind, erscheint ein zusätzlich zum Unterricht vertiefendes Angebot an Berufsinformation als Notwendigkeit.

Ein LehrerInnenteam, das sich der geschlechtssensiblen Problematik bewusst ist. Dies setzt Therapie- oder Supervisionserfahrung voraus. Supervision muss für alle am Projekt beteiligten Lehrpersonen gewährleistet sein.

Das Projekt PLUS will nun folgende Ziele verwirklichen :

  • Den Mädchen und Buben ein erfolgreiches Lernen zu ermöglichen.
  • Die Mädchen in ihrem Selbstwertgefühl zu bestärken.
  • Schüchterne, unsichere Buben sollen lernen, sich einen anerkannten Platz in der Gruppe zu schaffen.
  • Den Mädchen einen mädchengerechten Zugang zu den naturwissenschaftlich-technischen Unterrichtsgegenständen zu ermöglichen. Mädchen haben einen anderen Zugang als Buben zu den naturwissenschaftlichen Fächern.
  • Den Buben den Zugang zu den Fremdsprachen zu ermöglichen.
  • Abbau von Homophobie bei den Buben.
  • Das Ausprobieren und Erproben neuer Rollenbilder in einem geschützten Rahmen mit dem Ziele Verantwortung zu übernehmen. Bei Mädchen mit dem Schwerpunkt leadership /bei Jungen care persons (Nord-Lila Modellprojekt/Norwegen)
  • Mädchen sollen ermutigt werden, geschlechtsspezifische Schienen hinsichtlich ihrer Berufswahl zu verlassen und neue Möglichkeiten in Betracht zu ziehen.
  • Aufbau eines demokratischen Bewusstseins und Aufbrechen tradierter Rollenklischees (Buben dürfen weinen - Mädchen dürfen pfeifen).
  • Förderung sozialer Kompetenz.
  • Eine Verbesserung des Kommunikationsverhaltens zwischen Jungen und Mädchen.